Ja, je nach Förderprogramm gibt es Branchen, Unternehmenskonstellationen oder Projekttypen, die ausgeschlossen oder nur eingeschränkt förderfähig sind. Am häufigsten scheitert es aber nicht an der Branche, sondern an formalen Kriterien (Zielgruppe/KMU‑Einordnung, Startregeln) oder daran, dass das Vorhaben als Umsetzung statt als Beratung beschrieben ist.
Zuletzt aktualisiert:
24.02.2026
Förderprogramme haben klare Zielgruppen und wollen bestimmte Zwecke erreichen (z. B. Beratung für KMU). Deshalb definieren sie Ausschlusskriterien, um Mittel zu steuern und Missbrauch zu vermeiden. Diese Kriterien können sich auf Branche, Unternehmensform, Größe, Standort oder Projektinhalt beziehen. Für KMU ist wichtig: Ausschlüsse sind meist eindeutig prüfbar, wenn man die Programmlogik kennt. Deshalb sollte man sie früh prüfen, bevor man Zeit in Unterlagen investiert.
In der Praxis gibt es häufig Ausschlüsse oder Einschränkungen in diesen Kategorien:
Zielgruppe/Größe: Unternehmen fällt nicht (mehr) unter KMU‑Kriterien oder ist Teil einer Struktur, die die KMU‑Einordnung kippt
Projektstart/Timing: Projekt wurde inhaltlich zu früh gestartet oder ist bereits umgesetzt/beauftragt
Projektinhalt: Vorhaben ist überwiegend Umsetzung/Produktion statt Beratung/Konzept
Formale Anforderungen: fehlende Voraussetzungen, unvollständige Unterlagen, Fristen nicht einhaltbar
Programmspezifische Branchenlogik: je nach Programm können einzelne Bereiche ausgeschlossen oder anders behandelt werden
Welche davon greift, ist programmspezifisch, aber die Muster sind oft ähnlich.
Gerade bei Digital‑/Website‑Themen wird häufig ein Umsetzungsprojekt als „Beratung“ verkauft. Das führt zu Rückfragen oder Ablehnung, obwohl die Branche an sich kein Problem wäre. Förderfähig ist typischerweise Analyse/Konzept/Empfehlung, nicht Produktion. Deshalb ist die Abgrenzung Beratung vs. Umsetzung oft wichtiger als die Branche. Wenn das sauber getrennt ist, lösen sich viele scheinbare Ausschlüsse.
Auch wenn die Branche passt, kann die Förderfähigkeit an der Unternehmensstruktur hängen (z. B. Unternehmensgruppe/verbundene Unternehmen). Dann werden Kennzahlen anders bewertet und die KMU‑Einordnung kann kippen. Das ist kein „Branchen‑Ausschluss“, wirkt aber in der Praxis wie ein Ausschluss. Deshalb sollte man Beteiligungen und Verbundstrukturen im Vorcheck transparent machen. Das spart später Diskussionen.
Der schnellste Weg ist ein Vorcheck mit diesen Informationen: Branche/Tätigkeit, Rechtsform, Standort, Mitarbeiterzahl, grobe Umsatzbandbreite, Verbundstruktur (falls vorhanden), Projektziel und Status (schon gestartet oder nicht). Damit kann man die meisten Ausschlusskriterien früh erkennen. Wenn etwas kritisch ist, kann man oft mit sauberer Projektstruktur (Trennung Beratung/Umsetzung, Timing) noch eine Lösung finden. Wenn es ein harter Ausschluss ist, spart man sich den Antrag.
Häufige Gründe für „geht nicht“ sind: zu früher Start, fehlende Unterschriften/Anlagen, widersprüchliche Angaben oder unklare Leistungsbeschreibung. Das sind keine Branchen‑Ausschlüsse, aber sie führen zum gleichen Ergebnis. Gute Prozessführung (Checklisten, Vollständigkeitsprüfung, klare Abgrenzung) verhindert genau das. Deshalb ist Prozessqualität so wichtig. Viele Probleme sind vermeidbar.
Wenn Zielgruppe/KMU‑Einordnung passt und das Vorhaben klar Beratung ist, sind Branchen‑Ausschlüsse seltener das Problem; wenn Projektstart oder Leistungsabgrenzung nicht sauber sind oder die Unternehmensstruktur die KMU‑Einordnung kippt, wird es häufig kritisch und sollte vor Antragstellung geklärt werden.

